Toleranz


Deutsch lernen - neue Heimat entdecken -
Verständnis und Toleranz entwickeln

Interkulturelles Elternprojekt zur Prävention von Rechtsextremismus,
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

Das Projekt besteht bereits seit einigen Jahren und zielt darauf ab, in Berlin lebende russischsprachige Migrantenfamilien mit Vorschul- und Schulkindern zu unterstützen, ihre Integrationsfähigkeit und -bereitschaft zu mobilisieren und ihre Zukunftsaussichten zu verbessern. Das Vorhaben wird maßgeblich durch das Förderprogramm des Berliner Senats finanziert.

Bekanntlich verläuft die Eingliederung von Migranten in das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Deutschland nicht reibungslos. Vorhandene einseitige Lebenseinstellungen bilden den Nährboden für Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Diese latenten Gefahren im russischsprachigen Migrantenmilieu werden durch mangelnde Kenntnisse der sozialen Wirklichkeit im Aufnahmeland und schwierige Lebensumstände aufgrund der Auswanderung sowie die daraus resultierende persönliche Frustration und Resignation gespeist.

Dieses Vorhaben basiert auf Selbstinitiative der Betroffenen. Der Elternverein MITRA hat jahrelang Erfahrungen gesammelt und blickt auf unzählige Beispiele gelungener Integration zurück. Durch die gezielte Hilfestellung und Unterstützung von Migrantenfamilien fordern und fördern wir Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Betroffenen.

Die Aneignung deutscher Sprachkenntnisse und damit auch der deutschen Kultur ist die grundlegende Voraussetzung für eine gelungene Integration von Heranwachsenden und Kindern. Dies geschieht vor allem im Rahmen von Schule und Ausbildung. Dabei werden folgende drei Zielgruppen mit jeweils spezifischen Schwerpunkten angesprochen:

  • Die erste bilden russischsprachige Schul- und Vorschulkinder mit Migrationshintergrund, die mit ihren Eltern in Berlin leben und sozialpädagogische Unterstützung benötigen.
  • Zur zweiten Gruppe zählen die Eltern selbst, wenn sie in der neuen Lebenswirklichkeit Hilfe bzw. psychologische Unterstützung brauchen.
  • Die dritte Zielgruppe setzt sich aus einheimischen Erwachsenen zusammen, die beruflich mit russischsprachigen Kindern arbeiten (Schullehrer, Sozialpädagogen und Behördenvertreter); dazu gehören aber auch einheimische Mitschüler von Migrantenkindern.


Die Angebote für Kinder:

  • gezielte und regelmäßige Förderung (Nachhilfestunden in allen wichtigen Schulfächern z.B. Englisch, Französisch oder Mathe);
  • spezielle Sprachförderung;
  • Der Förderunterricht bei schulischer Leistungsschwäche oder individuellen bzw. familiären Problemen;
  • sozialpädagogische Unterstützung (psychologisches Training bzw. Betreuung);
  • logopädische und psychologische Hilfe für Vorschulkinder.


Die Angebote für Eltern:

  • Beratung, Betreuung und Informationsveranstaltungen zum Thema „Schulische Integration“ oder „Bildungssystem in Berlin“;
  • Elternabende und -treffen sowie Sprechstunden für Eltern;
  • Einzelgespräche mit Eltern bei Problemen in den eigenen Familien;
  • telefonische Beratungsgespräche und psychologische Hilfe;
  • gezieltes Elterntraining, angeboten von Sozialpädagogen;

  • gesellige Zusammenkünfte.


Die Angebote für Lehrer:

  • Interkulturelle Seminare für Lehrer;
  • Kooperationsangebote (Teilnahme an Elternabenden und Elternsprechstunden);
  • „runder Tisch“ mit Lehrern, die an Schulen mit hohem Anteil an Schülern aus der Ex-Sowjetunion unterrichten.

Außerdem bietet eine studierte und erfahrene Kinderpsychologin (Moskauer psychologisch-pädagogische Universität, Humboldt Universität zu Berlin; professionelle Tätigkeit in Russland sowie in Deutschland) einzelne Beratungsgespräche zu den Themen kindliche Entwicklung im Kleinkind-, Vorschul- und Jugendalter.

Gefördert wird das Projekt durch den Beauftragten des Senats für Integration und Migration.