Projekt vom Fachkräfteaustausch: Perm-Berlin

Gefördert wurde das Fachprogramm durch die Stiftung Deutsch- Russischer
Jugendaustausch gGmbH in Hamburg.

Internationale Treffen, die dem Austausch von Erfahrungen im Bereich der Zweisprachigkeit gewidmet sind, veranstaltet die Interkulturelle pädagogische Gesellschaft MITRA e.V. bereits das dritte Jahr. Im Rahmen dieses Projektes war vom 24. Februar bis 2. März 2013 eine Delegation der Leiterinnen der kommunalen und privaten Kindereinrichtungen aus der Stadt Perm (Russland) in der deutschen Hauptstadt. Während des Seminars wurden die Fragen erörtert, die im Zusammenhang mit dem Thema der zweisprachigen Erziehung und Ausbildung in Deutschland stehen: die Fähigkeiten, Kenntnisse und aktuelle Trends bei der Unterstützung von Kindern auf dem Wege zur Mehrsprachigkeit.

In vielen Ländern auf der ganzen Welt wächst heute das Interesse an Themen einer harmonischen Entwicklung des Kindes im aktuellen Kontext der Globalisierung, die die Notwendigkeit der Beherrschung verschiedener Sprachen unterstreicht. Russischen Kolleginnen zeigten sich vor allem an Aspekten der Zweisprachkeit bei Schülern, Methoden und Praktiken der zweisprachigen Kitas, an der Einbeziehung der Eltern in die Vorschulerziehung und am System der allgemeinen und beruflichen Bildung interessiert.

Wie es Marina Burd, die Geschäftsführerin von MITRA betonte, wird die unverfälschte Zweisprachigkeit nur dann erreicht, wenn "Kinder in zwei Kulturen aufwachsen und sozialisiert werden - es ist viel mehr als nur das Erlernen der Sprache." Die russischen Kolleginnen waren sich einig, dass "in jedem Land unterschiedliche Ansätze zu diesem Phänomen existieren, auch abhängig vom sozialen Umfeld" und dass MITRA's Erfolg in diesem Bereich als ein hervorragendes Beispiel gilt.

Während des Programms wurden die Teilnehmer mit der Arbeit einer Reihe von Institutionen, die von der Gesellschaft MITRA getragen werden, bekannt gemacht, z.B. die zweisprachigen Kindergärten "Goldenes Schlüsselchen", „Blumenstadt“ und "Teremok", die deutsch-russische Lomonossow-Grundschule, das Familienzentrum «Familien-RING»; sie diskutieren über die Besonderheiten und Erfahrungen der pädagogischen Arbeit sowie über die künftige Zusammenarbeit. Die russischen Kolleginnen konnten auch die spanisch-deutsch-englische Kita Alegría e.V., die Inklusionskita «Mittelstraße» und die Kita «Casa dei bambini», die gemäß der Mountessori-Pädagogik arbeitet, besucht.

Es fanden Rundtischgespräche und Treffen mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Berliner Abgeordnetenhaus statt, hierbei handelte es sich um Vertreter der Fraktionen von CDU, SPD, Linken und Grünen sowie mit dem Bürgermeister des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Man traf sich außerdem mit dem Referenten für Schulen und Kindergärten des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, dem Leiter der Arbeitsgruppe "Russischsprachige Sozialdemokraten in Berlin" sowie dem Direktor des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur. 

Der Worten der russischen Kolleginnen folgend, entsprach das Programm ihren Erwartungen: "Die offene Haltung der Erzieher hat bleibende Eindrücke hinterlassen, die Idee eines Familienzentrum gefiel sehr, eine gesunde und ausgewogene Kinderernährung ist beispielgebend. Diese Erfahrung ist lobenswert, tolle Entwürfe, bahnbrechende Ideen, die wir schätzen aufnehmen und als Ihre Erfahrung mit nach Hause nehmen".